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DRANBLEIBEN – AUCH IN WÜSTENZEITEN

Leben in der Wüste fordert heraus. Glühend heiß am Tag, nachts oft eiskalt, kaum Vegetation, Leben, Nahrung und Wasser. Stattdessen Einsamkeit und Wind, der scharfkantige Sandkörner fliegen lässt.

In der flirrenden Hitze fängst du an, an dir und allem zu zweifeln: „Seh ich das jetzt wirklich oder ist es eine Fata Morgana?“

„Wüstenzeiten“, so nennen wir deshalb Perioden, in denen wir all das erleben, auch wenn wir uns gar nicht in der Wüste aufhalten. Wenn ein Vorhaben einfach nciht gelingen will, wenn die Stimmen in meinem Kopf lauter werde: „Das wird so nichts. Es lohnt sich nicht.“

Wie gut, dass wir in dieser dritten Passionswoche lesen, dass selbst Jesus in der Wüste diabolischen Einflüsterungen ausgesetzt war. Vielleicht kann dir seine Reaktion Hilfe und Vorbild sein? Nicht aufgeben, aushalten, keine Kurzschlussreaktion, keine Brechstange benutzen, dranbleiben und geduldig auf Gottes Plan und Lösung warten, auch wenn es schwer fällt.

EINFACH MAL MACHEN!

Das Leben mit seinen ständigen Veränderungen fordert uns heraus, immer wieder Neues anzufangen. Denn wer nur dasselbe wiederholt, passt irgendwann nicht mehr in die Zeit, sondern bleibt zurück.

Neues wagen, das erfordert Mut und Vorbereitung. Vieles kann ich aber nur begrenzt vorab üben. Auch wenn ich schon oft vom Beckenrand gehüpft bin, der erste Sprung vom Fünfmeterbrett bleibt eine Premiere, und Gelingen beim ersten Mal ist nicht garantiert.

Wie gut, dass uns die Bibel in der zweiten Passionswoche sehr realistisch Mut macht:  „Wer ernsthaft Gott sucht und nach seinen Weisungen leben will, der mag sieben Mal hinfallen, steht aber auch sieben Mal wieder auf.“ (Sprüche 24, 16 frei übertragen).

Dazu passt eine witzig formulierte wissenschaftliche Erkenntnis des Hirnforschers und Bildungsexperten Gerald Hüther: „Frage: Wie lernt ein Kind laufen? Antwort: Von Fall zu Fall.“ Also: Nur Mut! Einfach mal machen und aus gescheiterten Experimenten lernen.

AUS DER TRAUM?

Entsetzt sehen wir, wie mit dem Angriff auf die ukrainische Freiheit ein Machthaber versucht, das Recht des Stärkeren anzuwenden. Ich kann mir kaum ausmalen, welches Leid dieser Krieg den betroffenen Menschen bringt. Viele Kommentatoren schreiben in diesen Tagen, dass die Generation „Frieden“ endlich aus ihrem Traum aufgewacht sei und dass „Frieden schaffen ohne Waffen“ eben doch nicht funktioniert.

Wie gut, dass über der ersten Passionswoche eine Vision steht, die Jesaja in Gottes Auftrag ausgesprochen hat (Jesaja 2, 1-5, Auszüge):

„Es wird sein zur letzten Zeit […], und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des Herrn, dass […] wir wandeln auf seinen Wegen! […] Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. […] Lasst uns wandeln im Licht des Herrn!

Der Traum vom Frieden lebt! Du kannst dich mit Geduld, Gebet und Taten mutig am Bau von Gottes Friedensreich beteiligen.

DAS MUSS ICH DIR ERZÄHLEN

Kennt ihr das auch? Ihr habt etwas erlebt, das euch sehr bewegt, und habt das Bedürfnis es allen anderen weiter zu erzählen, sofort und übersprudelnd. Sagt sogar das Sprichwort: wovon dein Herz voll ist, davon fließt der Mund über.

So ist es auch mit Weihnachten. Gott wurde Mensch und so begreifbar; die Menschen konnten Jesus anfassen, hören, sehen. Und sie bekamen mit wie er war, was er tat und waren total beeindruckt.

Dass die ersten Christen und alle nachfolgenden Generationen diese Gute Nachricht nicht für sich behalten haben, sondern sie immer weitergegeben haben mit Worten und mit Taten, das ist unser Glück.

So können auch wir verbunden sein mit der ganzen Christenheit, mit der „Wolke der Zeugen“ wie Paulus sie nennt und auch mit Gott selbst durch seinen Sohn Jesus, der als Mensch unter Menschen lebte.

GENAU RICHTIG

So zerknittert wie der Zettel auf dem Bild fühlen wir uns oft.

„Wenn ich alle Weihnachtsgeschenke bis zum 15.12. gekauft hab und sie auch noch liebevoll ausgesucht sind, wenn ich das Haus staub- und streifenfrei geputzt habe, bevor meine Weihnachtsgäste kommen, wenn ich ein tolles Menü zaubere, dann werde ich glücklich sein“ denkt die perfekte Gastgeberin. „Wenn ich Supernoten hab und ein tolles Abi hinlege, dann werde ich glücklich sein“ denkt der perfekte Schüler. „Wenn ich jeden Tag als erstes stille Zeit mache, jeden Tag Fürbitten spreche, reichlich spende, dann werde ich glücklich sein“ denkt die perfekte Christin. Das sind nur Beispiele, könnt ihr beliebig erweitern.

Alles Quatsch! Die Botschaft von Weihnachten ist: Hey, du bist genau richtig! So sehr hat Gott uns Menschen lieb, dass er seinen Sohn für alle schickte, die verzweifelt versuchen, sich durch Perfektionismus selbst zu retten, damit Jesus uns vom Perfektionismus erlöst.

 

GOTT KANN

Bei Gott ist nichts unmöglich, das ist eine der Botschaften der Geschichten, die wir im Advent hören. Und das gilt auch heute noch.

Gott kann – bei ihm ist nichts unmöglich: verknäulte und verknotete Beziehungen entwirren, Bewegung in festgefahrene Standpunkte bringen, aus minikleinen Anfängen Großes wachsen entstehen lassen, das Licht der Hoffnung in dunkelste Verzweiflung leuchten lassen.

Warum er das tut? Er ist uns freundlich gesinnt und geht barmherzig und liebevoll mit unseren Zweifeln und Unzulänglichkeiten um.

Was braucht es, um solche wunderbaren Entwicklungen zu erleben? Du musst dich darauf einlassen und bereit sein deinen Teil dazu beizutragen, nämlich das, was der Höchste dir aufträgt. Dein Leben wird dadurch nicht direkt paradiesisch, aber es bekommt einen Sinn und ein Ziel. Was könnte es besseres geben als Abenteuer an der Hand des himmlischen Vaters?

ZU SCHÖN UM WAHR ZU SEIN

In der Advents- und Weihnachtszeit begegnen uns öfters Engel, die Botschaften von Gott überbringen. Ob sie so aussehen, wie der kitschige Engel auf dem Bild? Keine Ahnung, die Bibel lässt da viel Raum für Phantasie. Was ich aber weiß: zu allen Zeiten erschien den Empfängern Gottes Botschaft so verwunderlich und unglaublich, dass sie Zweifel hatten, ob sie wohl stimmen könnte.

Überraschend: Gott kann damit umgehen. Er hat Verständnis für uns und geht liebevoll auf Nachfragen ein. Er begegnet den Zweiflern in ihrem Wunsch nach mehr Sicherheit. Er tut das, weil er möchte, dass jede und jeder wieder Hoffnung haben kann, dass es besser, gut, ja sogar wunderbar wird.

Wenn du diese Hoffnung schon hast, umso besser. Dann sei ein Zeichen dieser Hoffnung in deinem Umfeld. Werde anderen mit kleinen Zeichen zum Engel. Vielleicht hörst du dann von ihnen so etwas wie „Dich schickt der Himmel!“.

JEDER MENSCH BRAUCHT VERGEBUNG

Man muss nur lang genug suchen, dann findet man bei jedem Menschen schwarze Flecken auf der weißen Weste: geschönte Lebensläufe, abgeschriebene Doktorarbeiten, manipulierte Meinungsumfragen. Nicht nur heutige Politiker, auch die Helden der Bibel sind davon betroffen. Hier einige der Verfehlungen von König David: Machtmissbrauch, Auftragsmord, Ehebruch, Vertuschung. Bestraft ihn Gott dafür mit Feuer und Schwefel? Nein, er macht ihm seine Schuld bewusst und vergibt, als David ernsthaft bereut.

Was mich das lehrt? Auch ich stehe in der Gefahr verblendet zu sein und mein Fehlverhalten gar nicht wahrzunehmen. Und: Gott  verurteilt Haltungen und Handlungen, nicht Menschen. Er gibt jedem und jeder neue Chancen.

KANN DENN WEISHEIT SÜNDE SEIN?

Ihr kennt wahrscheinlich die Geschichte, die Menschen im Paradies ließen sich verführen, die köstlichen Paradiesäpfel vom verbotenen Baum zu probieren. Die Schlange versprach ihnen: „ihr werden sein wie Gott und selbst erkennen, was gut und schlecht für euch ist.“

Seitdem lebt kein Mensch mehr im Paradies und wir müssen wirklich selbst erkennen, was gut und schlecht für die Schöpfung ist. Schwere Aufgabe, die die Menschheit ziemlich versemmelt hat bisher. Man denke nur an Kriege, Klimaerwärmung, Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Artensterben. Finden wir einen Rat in Gottes Wort? Respekt vor dem Schöpfer ist der Anfang der Weisheit, lesen wir. Gott findet das Streben nach Weisheit gut.

Wir werden aus eigener Kraft nicht ins Paradies zurückkommen, aber hier sind drei Vorschläge zum Tun:

  1. Jeder noch so kleine Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zählt.
  2. Die Erkenntnisse der Wissenschaft als Geschenk von Gott annehmen.
  3. Gottes Wort immer wieder neu zuhören, um seine Weisheit und Weisung immer besser zu verstehen.