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SEI LIEBENSWÜRDIG

Ein Gedanke zum 7.12. – „Sei liebenswürdig!“ An dieser Aufforderung aus dem Brief von Paulus an die Gemeinde in Philippi bin ich hängen geblieben. Was will mir das im Advent sagen? Muss ich es jeder und jedem recht machen und allen Konventionen genügen?

Ich glaube, dass „Sei liebenswürdig!“ mich an meine Motivation erinnern soll. Ich will so handeln, dass es der Liebe Jesu würdig ist. Dann kommt es auch weniger darauf an, wieviel Stunden ich für Plätzchen in der Küche stehe und ob das Resultat perfekt geworden ist. Sondern eher darauf, ob ich mir beim Überreichen Zeit für ein Gespräch nehme.

Deshalb hier als Bonus ein schnelles Plätzchenrezept für „Schneeflöckchen“: Teig kneten aus 80g Puderzucker, 2 Päckchen Vanillezucker, 200g Speisestärke, 120g Mehl, 200g Margarine. Haselnuss-große Kugeln mit etwas Abstand auf ein gefettetes Backblech setzen und mit einer Gabel flach drücken, so dass Rillen entstehen. Bei 160° C Umluft 12-14 min backen. Die Kekse sollen hell bleiben. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben.

 

ES WEIHNACHTET SEHR

Ein Gedanke zum 6.12.: „Von draus vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr, “ sagt Nikolaus beim Eintreten. Heute bekommen wir hoffentlich alle Schokolade, weil wir brav waren, und müssen keine Angst davor haben, dass Nikolaus uns unsere Untaten des letzten Jahres aus seinem kleinen schwarzen Buch vorliest, oder? Moment mal, wie feiern wir heute den Namenstag des heiligen Nikolaus?

Bischof Nikolaus lebte in der heutigen Türkei, und es wird ihm nachgesagt, dass er sehr großzügig sein Vermögen verschenkte und selbstlos für die Armen sorgte. So soll er nachts unerkannt Geschenke für die Kinder der armen Fischer in die Hütten geworfen haben. Daran erinnert heute noch der Brauch zu Nikolaus heimlich Schokolade zu verteilen. So will ich mich gern an Nikolaus von Myra erinnern.

ETWAS GUTES TUN

Ein Gedanke zum 5. Dezember. Tu dir und anderen in der Adventszeit etwas Gutes – lass den selbstgemachten Stress und Perfektionismus weg. Lass dich nicht davon leiten, was andere von dir denken. Dann kannst du auch besser spüren, was dran ist: dir selbst etwas Gutes tun oder Menschen und Tieren etwas Gutes tun. Vielleicht auch einfach mal Pause machen und den Schnee bestaunen?

Als Bonus gibt es heute noch eine Idee, wie du Vögeln im Winter etwas Gutes tun kannst – mit schnellen selbstgemachten Vogeltörtchen. Dazu 2 Teile Vogelfutter (Körnermischung) in 1 Teil geschmolzenes Kokosfett rühren und in mit Papier ausgekleidete Muffinförmchen gießen. Einen Ring aus Blumendraht zur Hälfte in der Masse versenken und die Törtchen kalt stellen. Die erstarrten Törtchen aus dem Papier nehmen und mit Kordel aufhängen.

SICH ZEIT NEHMEN

Ein Zitat von Gudrun Kropp schenke ich dir am heutigen 3.12. als Impuls zum Weiterdenken:

„Die Adventszeit ist eine Zeit, in der man Zeit hat, darüber nachzudenken, wofür es sich lohnt, sich Zeit zu nehmen.“

Hier noch meine unsortierten Vorschläge, wofür du dir Zeit nehmen könntest: Ein Telefonat mit einem Menschen, den du lange nicht gesehen hast. Den Gottesdienst morgen in der Salzstr. 6, den die Teens unter dem Motto „unbeschwert“ gestalten. Ein Spaziergang trotz feuchtem Nebel. Eine halbe Stunde in eine angezündete Kerze schauen. Dir fällt bestimmt noch was Besseres ein. Wofür willst du dir Zeit nehmen?

ICH HAB MEIN HAUS GESCHMÜCKT

Gedanken zum 2.12. – ein Gedicht von Ingrid Anny Plath:

Ich hab mein Haus geschmückt
kehrt Christus bei mir ein
Ich hab mein Haus geschmückt
Er soll willkommen sein

Sing jetzt die schönen Lieder
und träum den alten Traum
Verlorenes kehrt wieder –
Weit öffnet sich der Raum

[Die schönen Lieder kannst du übrigens heute 18-18:30 vor der Clemenskirche mitsingen bei Glühwein und Punsch]

WIE SOLL ICH DICH EMPFANGEN?

Hier liest du ab heute jeden Tag einen Gedanken zum Advent, heute zum 1.12.

„Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?“. Bei diesem Liedanfang habe ich die Melodie sofort im Ohr, aber wenn ich den Text lese, scheint er mir in Sprache und Inhalt sehr fern (ist ja auch kurz nach dem 30-jährigen Krieg veröffentlicht worden). Ist Jesus echt  „aller Welt Verlangen“? Das weiß die Menschheit dann bloß nicht.

Aber retten wir mal nicht die ganze Welt. Ich bleibe mal bei mir. Die überschwängliche Freude des Liederdichters Paul Gerhardt „ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los“ ist mir zwar fremd. Dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist mich befreien von den Zwängen meiner ungesunden Verhaltensmuster, das erlebe ich selbst.

Das funktioniert für mich aber nur, wenn ich mich ständig daran erinnere. Das will (glaube ich) das Lied mit dem „mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis“ sagen. Wie soll ich also das Jesuskind empfangen? Geputzte Fenster, 12 Sorten Plätzchen, kreativ verpackte Geschenke sind nicht mein Weg. Lieber mal eine Kerze anzünden und bewusst „Gottes Licht“ in den Advent scheinen lassen. Was ist dein Weg?

16 WÖRTER – WAS SPRACHE MIT UNS MACHT

Iranische Frauen

Das diesjährige „Buch für die Stadt Köln“, der Roman „16 Wörter“ von Nava Ebrahimi, hat durch die Proteste im Iran noch an Aktualität gewonnen. Unsere Lesung am 20.11.2022,  17:30-19:00, in der Salzstr. 6, 51063 Köln, wurde von Irina Funk am Klavier begleitet. In mehreren Szenen reisten wir mit der Romanheldin Mona in den Iran und erfuhren, was es mit Maman-Bozorg (Großmama), Ezafebar (Übergepäck) und Azadi (Freiheit) auf sich hat. Im Anschluss bestätigte das Publikum, dass durch die Lesung farbige Bilder im Kopf entstanden waren und dass die Schilderungen aus dem Roman „wahr“ sind, also genauso im echten Leben vorkommen könnten.

 

PAUSEN SIND KEIN STILLSTAND

Kennst du das auch? Nach einem trubeligen Tag fällt mir am nächsten Morgen beim besten Willen nicht ein, was es am Vortag zum Essen gab. Mein Gedächtnis ist überlastet.

Ich weiß, dass ein Wechsel aus Anspannung und Pausen besser ist für mich. Wissenschaftler konnten sogar zeigen, dass unser Gehirn Erlebtes verarbeitet und neu Gelerntes festigt, während wir schlafen.

Wie tröstlich, dass auch der Bibeltext für die sechste Passionswoche das Pausemachen positiv beschreibt. Nachdem der ganze Weihnachtstrubel vorbei und die Engel, Hirten und Weisen wieder weg waren, heißt es beim Evangelisten Lukas Kapitel 2, Vers: „Maria behielt alles, was sie gehört und gesehen hatte, und bewegte es in ihrem Herzen.“

KNOTEN LÖSEN KREATIV

Kennst du das auch? Du scheiterst bei einem Vorhaben (Musikstück, Sport, Veränderung) immer wieder am selben Punkt, egal wie oft du es probierst. Es scheint eher schlimmer zu werden. Frustriert legst du erst einmal ein Pause ein, und beim nächsten Mal geht es wie von selbst. Der Wachstumsknoten ist geplatzt.

Auch in Konflikten entstehen schnell „Gordische Knoten“, wenn die Streitparteien sich so ineinander verkeilt haben, dass niemand seinen starren Standpunkt aufgeben will.

Dabei ist es das Gegenteil, das helfen kann, Knoten zu lösen: mal locker lassen, liebgewordene Meinungen loslassen, eine andere Perspektive einnehmen, zuhören und die Gefühle und Bedürfnisse unter der Oberfläche wahrnehmen, einen Vermittler oder Coach um Hilfe bitten.

Wie tröstlich, dass das in dieser fünften Passionswoche sogar die Bibel so beschreibt, nachzulesen in der Geschichte vom „Salomonischen Urteil“ (1. Könige 3, 16-18).