SICH ZEIT NEHMEN

Ein Zitat von Gudrun Kropp schenke ich dir am heutigen 3.12. als Impuls zum Weiterdenken:

„Die Adventszeit ist eine Zeit, in der man Zeit hat, darüber nachzudenken, wofür es sich lohnt, sich Zeit zu nehmen.“

Hier noch meine unsortierten Vorschläge, wofür du dir Zeit nehmen könntest: Ein Telefonat mit einem Menschen, den du lange nicht gesehen hast. Den Gottesdienst morgen in der Salzstr. 6, den die Teens unter dem Motto „unbeschwert“ gestalten. Ein Spaziergang trotz feuchtem Nebel. Eine halbe Stunde in eine angezündete Kerze schauen. Dir fällt bestimmt noch was Besseres ein. Wofür willst du dir Zeit nehmen?

ICH HAB MEIN HAUS GESCHMÜCKT

Gedanken zum 2.12. – ein Gedicht von Ingrid Anny Plath:

Ich hab mein Haus geschmückt
kehrt Christus bei mir ein
Ich hab mein Haus geschmückt
Er soll willkommen sein

Sing jetzt die schönen Lieder
und träum den alten Traum
Verlorenes kehrt wieder –
Weit öffnet sich der Raum

[Die schönen Lieder kannst du übrigens heute 18-18:30 vor der Clemenskirche mitsingen bei Glühwein und Punsch]

WIE SOLL ICH DICH EMPFANGEN?

Hier liest du ab heute jeden Tag einen Gedanken zum Advent, heute zum 1.12.

„Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?“. Bei diesem Liedanfang habe ich die Melodie sofort im Ohr, aber wenn ich den Text lese, scheint er mir in Sprache und Inhalt sehr fern (ist ja auch kurz nach dem 30-jährigen Krieg veröffentlicht worden). Ist Jesus echt  „aller Welt Verlangen“? Das weiß die Menschheit dann bloß nicht.

Aber retten wir mal nicht die ganze Welt. Ich bleibe mal bei mir. Die überschwängliche Freude des Liederdichters Paul Gerhardt „ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los“ ist mir zwar fremd. Dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist mich befreien von den Zwängen meiner ungesunden Verhaltensmuster, das erlebe ich selbst.

Das funktioniert für mich aber nur, wenn ich mich ständig daran erinnere. Das will (glaube ich) das Lied mit dem „mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis“ sagen. Wie soll ich also das Jesuskind empfangen? Geputzte Fenster, 12 Sorten Plätzchen, kreativ verpackte Geschenke sind nicht mein Weg. Lieber mal eine Kerze anzünden und bewusst „Gottes Licht“ in den Advent scheinen lassen. Was ist dein Weg?

16 WÖRTER – WAS SPRACHE MIT UNS MACHT

Iranische Frauen

Das diesjährige „Buch für die Stadt Köln“, der Roman „16 Wörter“ von Nava Ebrahimi, hat durch die Proteste im Iran noch an Aktualität gewonnen. Unsere Lesung am 20.11.2022,  17:30-19:00, in der Salzstr. 6, 51063 Köln, wurde von Irina Funk am Klavier begleitet. In mehreren Szenen reisten wir mit der Romanheldin Mona in den Iran und erfuhren, was es mit Maman-Bozorg (Großmama), Ezafebar (Übergepäck) und Azadi (Freiheit) auf sich hat. Im Anschluss bestätigte das Publikum, dass durch die Lesung farbige Bilder im Kopf entstanden waren und dass die Schilderungen aus dem Roman „wahr“ sind, also genauso im echten Leben vorkommen könnten.

 

GOTTESDIENST VOR ORT UND ONLINE

Wenn du mit uns Gottesdienst vor Ort feiern möchtest, dann komm gern sonntags um 10:30 in die Salzstraße 6!  Es gibt zur Zeit keine verpflichtenden Corona-Auflagen. Um dich und andere zu schützen, empfehlen wir dir, in unseren Räumen immer eine FFP2 Maske zu tragen –  solange die Infektionszahlen hoch sind und wir nicht dauerhaft die Fenster aufmachen können.

Unsere Gottesdienste übertragen wir weiter live ins Netz. Du kannst also ohne Probleme dabei sein, ohne vor Ort sein zu müssen. Der Stream ist schon einige Minuten vor dem Beginn online. Du kannst den Gottesdienst auch noch einige Tage später anschauen. Berücksichtige dann, dass du vorspulen musst, bis es wirklich losgeht.

GEMEINDELEITERIN UND BÜCHERWURM

Das bin ich, Katharina Kassühlke, vor unserem öffentlichen Bücherregal vor der Tür am Wendehammer. Jedesmal wieder schön zu sehen, wie rege hier Bücher getauscht werden! Ich nutze unseren „book exchange“ selbst gern und oft. Ein weiteres Herzensanliegen ist mir, dass meine Gemeinde mit der Zeit geht. Deshalb lerne ich selbst gern dazu und habe vor kurzem angefangen, bei der Pflege unserer Homepage mitzumachen.

Darum mag ich meine Gemeinde: hier treffe ich Menschen aus verschiedenen Schichten und Altersgruppen, denen ich sonst nicht begegen würde. Hier teilen Menschen meine Überzeugung, dass „fromm“ und „liberal“ gleichzeitig möglich sind. Hier finde ich Menschen, die mich unterstützen, wenn es mir mal mies geht. Das macht macht mir Mut, mich weiter einzusetzen und an Gottes Neuer Welt im hier und jetzt mitzubauen.

Unter dieser Adresse erreichst du mich: gemeindeleiter@baptisten-koeln.de

HARP UNLIMITED – ULLA VAN DAELEN IN CONCERT

Wer hätte gedacht, dass unlimited sooooo umfassend ist?!? Hören, sehen, träumen, bewegen, was lernen, rätseln, lachen…… und ich hatte gedacht, unlimited bezieht sich nur auf eine große Bandbreite an musikalischer Klangvielfalt.

Trotz Muttertag (oder gerade weil?) genossen 45 begeisterte Zuhörer*innen Hälfte Ulla van Daelens brillante Virtuosität auf der Harfe. Die langjährige Soloharfenistin des WDR-Rundfunkorchesters steht seit einiger Zeit auf eigenen, freiberuflichen Füßen als Komponistin, Interpretin, Arrangeurin und erweitert kreativ ihr Spektrum an Veranstaltungsformaten. Neben den „klassischen“ Konzerten tritt sie bei Konzertlesungen auf, gestaltet mit anderen Künstlern Duo- und Triokonzerte, gerne auch in ungewöhnlichen Kombinationen mit Bass und Schlagzeug! Gespannt darf man auch sein auf Aufnahmen mit Reinhard Mey und Hannes Wader aus dem letzten Herbst.

Beim Konzert in unserem Kirchenraum wechselten sich meditative, klang- und gefühlvolle Eigenkompositionen mit überraschenden Arrangements von Barock über Jazz bis Pop ab. Wir konnten bearbeitetete Stücke von Coldplay, Abba, Bourani wiederentdecken und uns auch über „Mama“ von Heintje oder „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef freuen – Muttertag! Wir haben etwas über die Ähnlichkeit der Harfe mit einem Klavier erfahren und gelernt, dass „Morning has broken“ von Cat Stevens nur neu entdeckt, aber nicht von ihm geschrieben wurde. Die Stimmung im Saal war prima, die Nachmittagssonne tauchte das beeindruckende Instrument ins richtige Licht und das Publikum erklatschte sich 2 fetzige Zugaben.

PAUSEN SIND KEIN STILLSTAND

Kennst du das auch? Nach einem trubeligen Tag fällt mir am nächsten Morgen beim besten Willen nicht ein, was es am Vortag zum Essen gab. Mein Gedächtnis ist überlastet.

Ich weiß, dass ein Wechsel aus Anspannung und Pausen besser ist für mich. Wissenschaftler konnten sogar zeigen, dass unser Gehirn Erlebtes verarbeitet und neu Gelerntes festigt, während wir schlafen.

Wie tröstlich, dass auch der Bibeltext für die sechste Passionswoche das Pausemachen positiv beschreibt. Nachdem der ganze Weihnachtstrubel vorbei und die Engel, Hirten und Weisen wieder weg waren, heißt es beim Evangelisten Lukas Kapitel 2, Vers: „Maria behielt alles, was sie gehört und gesehen hatte, und bewegte es in ihrem Herzen.“

KNOTEN LÖSEN KREATIV

Kennst du das auch? Du scheiterst bei einem Vorhaben (Musikstück, Sport, Veränderung) immer wieder am selben Punkt, egal wie oft du es probierst. Es scheint eher schlimmer zu werden. Frustriert legst du erst einmal ein Pause ein, und beim nächsten Mal geht es wie von selbst. Der Wachstumsknoten ist geplatzt.

Auch in Konflikten entstehen schnell „Gordische Knoten“, wenn die Streitparteien sich so ineinander verkeilt haben, dass niemand seinen starren Standpunkt aufgeben will.

Dabei ist es das Gegenteil, das helfen kann, Knoten zu lösen: mal locker lassen, liebgewordene Meinungen loslassen, eine andere Perspektive einnehmen, zuhören und die Gefühle und Bedürfnisse unter der Oberfläche wahrnehmen, einen Vermittler oder Coach um Hilfe bitten.

Wie tröstlich, dass das in dieser fünften Passionswoche sogar die Bibel so beschreibt, nachzulesen in der Geschichte vom „Salomonischen Urteil“ (1. Könige 3, 16-18).