DAS MUSS ICH DIR ERZÄHLEN

Kennt ihr das auch? Ihr habt etwas erlebt, das euch sehr bewegt, und habt das Bedürfnis es allen anderen weiter zu erzählen, sofort und übersprudelnd. Sagt sogar das Sprichwort: wovon dein Herz voll ist, davon fließt der Mund über.

So ist es auch mit Weihnachten. Gott wurde Mensch und so begreifbar; die Menschen konnten Jesus anfassen, hören, sehen. Und sie bekamen mit wie er war, was er tat und waren total beeindruckt.

Dass die ersten Christen und alle nachfolgenden Generationen diese Gute Nachricht nicht für sich behalten haben, sondern sie immer weitergegeben haben mit Worten und mit Taten, das ist unser Glück.

So können auch wir verbunden sein mit der ganzen Christenheit, mit der „Wolke der Zeugen“ wie Paulus sie nennt und auch mit Gott selbst durch seinen Sohn Jesus, der als Mensch unter Menschen lebte.

GOTTESDIENST VOR ORT UND ONLINE

Wenn du den Gottesdienst vor Ort feiern möchtest, dann komm gern in die Salzstraße!  Um dich und andere zu schützen, feiern wir unsere Gottesdienste nach der 3G Regel. Wir fragen also am Empfang nach deinem Zertifikat; zusätzlich gelten diese Hygieneregeln. Neu: wir empfehlen dir, in unseren Räumen immer ein FFP2 Maske zu tragen. Ab 02.01.2022 erbitten wir erst einmal keine Anmeldung mehr.

Unsere Gottesdienste übertragen wir live ins Netz. Du kannst also ohne Probleme dabei sein, ohne vor Ort sein zu müssen. Der Stream ist schon einige Minuten vor dem Beginn online. Du kannst den Gottesdienst auch noch einige Tage später anschauen. Berücksichtige dann, dass du vorspulen musst, bis es wirklich losgeht.

GENAU RICHTIG

So zerknittert wie der Zettel auf dem Bild fühlen wir uns oft.

„Wenn ich alle Weihnachtsgeschenke bis zum 15.12. gekauft hab und sie auch noch liebevoll ausgesucht sind, wenn ich das Haus staub- und streifenfrei geputzt habe, bevor meine Weihnachtsgäste kommen, wenn ich ein tolles Menü zaubere, dann werde ich glücklich sein“ denkt die perfekte Gastgeberin. „Wenn ich Supernoten hab und ein tolles Abi hinlege, dann werde ich glücklich sein“ denkt der perfekte Schüler. „Wenn ich jeden Tag als erstes stille Zeit mache, jeden Tag Fürbitten spreche, reichlich spende, dann werde ich glücklich sein“ denkt die perfekte Christin. Das sind nur Beispiele, könnt ihr beliebig erweitern.

Alles Quatsch! Die Botschaft von Weihnachten ist: Hey, du bist genau richtig! So sehr hat Gott uns Menschen lieb, dass er seinen Sohn für alle schickte, die verzweifelt versuchen, sich durch Perfektionismus selbst zu retten, damit Jesus uns vom Perfektionismus erlöst.

 

GOTT KANN

Bei Gott ist nichts unmöglich, das ist eine der Botschaften der Geschichten, die wir im Advent hören. Und das gilt auch heute noch.

Gott kann – bei ihm ist nichts unmöglich: verknäulte und verknotete Beziehungen entwirren, Bewegung in festgefahrene Standpunkte bringen, aus minikleinen Anfängen Großes wachsen entstehen lassen, das Licht der Hoffnung in dunkelste Verzweiflung leuchten lassen.

Warum er das tut? Er ist uns freundlich gesinnt und geht barmherzig und liebevoll mit unseren Zweifeln und Unzulänglichkeiten um.

Was braucht es, um solche wunderbaren Entwicklungen zu erleben? Du musst dich darauf einlassen und bereit sein deinen Teil dazu beizutragen, nämlich das, was der Höchste dir aufträgt. Dein Leben wird dadurch nicht direkt paradiesisch, aber es bekommt einen Sinn und ein Ziel. Was könnte es besseres geben als Abenteuer an der Hand des himmlischen Vaters?

ZU SCHÖN UM WAHR ZU SEIN

In der Advents- und Weihnachtszeit begegnen uns öfters Engel, die Botschaften von Gott überbringen. Ob sie so aussehen, wie der kitschige Engel auf dem Bild? Keine Ahnung, die Bibel lässt da viel Raum für Phantasie. Was ich aber weiß: zu allen Zeiten erschien den Empfängern Gottes Botschaft so verwunderlich und unglaublich, dass sie Zweifel hatten, ob sie wohl stimmen könnte.

Überraschend: Gott kann damit umgehen. Er hat Verständnis für uns und geht liebevoll auf Nachfragen ein. Er begegnet den Zweiflern in ihrem Wunsch nach mehr Sicherheit. Er tut das, weil er möchte, dass jede und jeder wieder Hoffnung haben kann, dass es besser, gut, ja sogar wunderbar wird.

Wenn du diese Hoffnung schon hast, umso besser. Dann sei ein Zeichen dieser Hoffnung in deinem Umfeld. Werde anderen mit kleinen Zeichen zum Engel. Vielleicht hörst du dann von ihnen so etwas wie „Dich schickt der Himmel!“.

JEDER MENSCH BRAUCHT VERGEBUNG

Man muss nur lang genug suchen, dann findet man bei jedem Menschen schwarze Flecken auf der weißen Weste: geschönte Lebensläufe, abgeschriebene Doktorarbeiten, manipulierte Meinungsumfragen. Nicht nur heutige Politiker, auch die Helden der Bibel sind davon betroffen. Hier einige der Verfehlungen von König David: Machtmissbrauch, Auftragsmord, Ehebruch, Vertuschung. Bestraft ihn Gott dafür mit Feuer und Schwefel? Nein, er macht ihm seine Schuld bewusst und vergibt, als David ernsthaft bereut.

Was mich das lehrt? Auch ich stehe in der Gefahr verblendet zu sein und mein Fehlverhalten gar nicht wahrzunehmen. Und: Gott  verurteilt Haltungen und Handlungen, nicht Menschen. Er gibt jedem und jeder neue Chancen.

KANN DENN WEISHEIT SÜNDE SEIN?

Ihr kennt wahrscheinlich die Geschichte, die Menschen im Paradies ließen sich verführen, die köstlichen Paradiesäpfel vom verbotenen Baum zu probieren. Die Schlange versprach ihnen: „ihr werden sein wie Gott und selbst erkennen, was gut und schlecht für euch ist.“

Seitdem lebt kein Mensch mehr im Paradies und wir müssen wirklich selbst erkennen, was gut und schlecht für die Schöpfung ist. Schwere Aufgabe, die die Menschheit ziemlich versemmelt hat bisher. Man denke nur an Kriege, Klimaerwärmung, Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Artensterben. Finden wir einen Rat in Gottes Wort? Respekt vor dem Schöpfer ist der Anfang der Weisheit, lesen wir. Gott findet das Streben nach Weisheit gut.

Wir werden aus eigener Kraft nicht ins Paradies zurückkommen, aber hier sind drei Vorschläge zum Tun:

  1. Jeder noch so kleine Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zählt.
  2. Die Erkenntnisse der Wissenschaft als Geschenk von Gott annehmen.
  3. Gottes Wort immer wieder neu zuhören, um seine Weisheit und Weisung immer besser zu verstehen.

HERR, SCHICK HIRN

Herr, schick Hirn? Stop! Ganz falsch. „Herr, gib mir Weisheit“ sollte es heißen. Nicht nach Macht, Ruhm, Ansehen, Schönheit, Wissen, teuren Uhren, Autos und protzigen Ringen streben, sondern Gottes weisen Weisungen folgen, damit es uns gut geht. Wie gut, dass Gott selbst dabei hilft: durch Jesus als Vorbild und den heiligen Geist, der uns leitet. Trotzdem – eine Lebensaufgabe.

„Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

(Reinhold Niebuhr zugeschrieben)

DER INTER-RELIGIÖSE RUNDE TISCH – WIR SIND DABEI

Beim Inter-Religiösen Runden Tisch (IRRT) handelt es sich um einen Zusammenschluss religiöser Gemeinschaften und Gruppen in Köln Mülheim mit dem erklärten Ziel, das friedliche Zusammenleben, das gegenseitige Kennenlernen und das Gespräch zu pflegen und zu fördern. Zurzeit hat die Gruppe 9 Mitglieder aus den folgenden Bereichen: Buddhisten (1 Gemeinschaft) Christen (4 Gemeinschaften) und Muslime (4 Gemeinschaften).

Auch unsere Gemeinde ist mit einer Vertreterin dabei. Der Dialog ist geprägt von Freundlichkeit und Respekt. Die Vertreter*innen geben das gewonnene Wissen in ihren Glaubensgemeinschaften weiter. Vor der Corona-Pandemie wurden auch öffentliche Veranstaltungen wie Themenabende durchgeführt, dies soll wieder aufgenommen werden. Basis der Zusammenarbeit ist ein Kooperationspapier.

Bereits seit Oktober 1998 existiert der Inter-Religiöse Runde Tisch. Er entstand im Rahmen des „Kooperationsprojektes Keupstraße“, das zeitweise durch das Land NRW gefördert wurde. Unmittelbare „Gründungsinstanzen“ waren Frau Richter vom Interkulturellen Dienst Mülheim in Kooperation mit Herrn Schleicher vom Interkulturellen Referat der Stadt Köln. Engagiertes Gründungsmitglied war auch Pastor Bernd Densky, der damals in unserer Gemeinde tätig war.

Mehr Informationen zu dem Dialog und auch zwei Videos gibt es auf der Internetseite. Zum Video